Kirche St. Nikolaus

Nikolausplatz 2, 50937 Köln - Sülz
Errichtet: 1906 - 1909


Architekt: Franz Statz (1848-1930)

 Stil: Neo-Romanik

Detailformen und Baumaterial (Tuffstein und Basalt) lassen den prägenden Einfluß der großen Kölner romanischen Kirchen auf das Gotteshaus in Sülz erkennen. Es ist eine kreuzförmige Basilika mit angefügter Halbkreisapsis im Südosten, die von seitlichen Chorkapellen und (neuen) Flankenbauten begleitet wird. Zwei runde Treppentürme ragen an der Südostseite des Querschiffs empor. Die Eingangsseite im Nordwesten an der Berrenrather Straße ist durch eine differenzierte Turmanlage ausgezeichnet.

Die Seitenschiff-Fronten besitzen eine querhausartige Erweiterung mit Halbkreisapsiden; über rechteckige Treppentürme leiten sie über zu den beiden Freigeschossen des Vierkantturms, den ein Kantendach über vier Giebeln beschließt. Drei Rundbogenportale betonen die drei Achsen der Eingangsseite, die als quer gelagerte Fassadenkomposition den Querschnitt des Kirchenschiffs ablesbar werden läßt. Im Sinne der rheinischen Neuromanik finden sich reiche Schmuckzonen in Werkstein: Lisenen, Friese, Rahmenformen.

Das Innere zeigt Wölbungen in allen Raumteilen. Von der alten Ausstattung blieben vor allem die Mosaiken der Hauptapsis erhalten, 1919 von J. Osten geschaffen. Wichtige, neue Kunstwerke sind Fresken von Peter Hecker (1884-1971) im Chor sowie Fenster von P. Weigmann.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

St. Nikolaus gehört zu den detailreichsten und zugleich besterhaltenen Kirchen der rheinischen Neuromanik in Köln. Bei aller Inspiration durch die großen Kirchen der Altstadt konnte der Architekt eine Reihe eigenständiger Motive zu einem imposanten Gesamtbild vereinigen. Die Ausstattung, auch die Neufassung des Innenraums von 1977/78, ist von hoher Qualität.

Platz und Name der Kirche, St. Nikolaus, halten das Andenken wach an den ersten Sakralbau von Sülz, einer kleinen Nikolauskapelle aus dem 12. Jahrhundert, die 1474 im burgundischen Krieg zerstört wurde. Die Neuerrichtung der Pfarre seit 1877 bzw. 1892 ist Folge des Anwachsens der Wohnbevölkerung in Sülz, dem dann durch den Neubau der Kirche sinnfällig Tribut gezollt wurde.

Der Denkmalschutz umfaßt das Gebäude sowie die noch vorhandene, historisierende Ausstattung: Bewegliche wie unbewegliche Teile innen und außen.

Referenz: 6825


Das Denkmal hat die Nummer 1288 und ist seit dem 19. Januar 1983 geschützt.

Denkmal <Kirche St. Nikolaus> bearbeiten
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