Stadttor Hahnentor, Platzanlage

Rudolfplatz, 50674 Köln - Altstadt-Süd
Errichtet: 2. Viertel des 13. Jahrhunderts/ Wiederherstellung 1885/88


Wiederherstellung 1885/88

Architekt: Hermann Josef Stübben(1845-1936)

nach 1945 Rekonstruktion mit teilweisen Veränderungen

Hahnentor

  • Doppelturmtor
  •  drei Geschosse, an der Westfront über den Stockwerkgesimsen zurückspringend;
  • Torfahrt mit Kreuzgratgewölbe und mit einfach gestuften Portalbögen (ehemals stadtauswärts gewandte mit Spitz-, ehemals stadteinwärts gewandte mit Rundbogen),
  • Zinnenbekrönung; Werksteinfassaden,
  • in mittlerer Blendarkade über dem Feldportal Wappenschild mit Adlerrelief und darunter befindlicher Inschrift ("Erneuert 1888"),
  • Gedenktafel für Hermann Josef Stübben (1941) im Erdgeschoß des linken Turms (Feldseite),
  • Fenster und Türen verändert

 

Im Innern ist weitgehend die gewendelte Natursteintreppe mit Metallgeländer original erhalten.

Bestandteil des Denkmals ist auch die das Stadttor umgebende Platzanlage.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der neuere, südlich anschließende Gebäudeteil mit der Straßenüberbrückung.

 

Das Hahnentor wurde im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts, im Zusammenhang mit der dritten Stadterweiterung Kölns ab 1106, als einer der zwölf neuen Torbauten errichtet. Das im Zuge der bedeutendsten Römerstraße nach Westen gelegene Stadttor wurde erstmalig 1264 als "nova porta" bezeichnet und entspricht in seiner Anlage dem im 19. Jahrhundert abgebrochenen Schaafentor.

Die geräumige Torfahrt verfügt stadtseitig über einen Rund-, landseitig über einen Spitzbogen. Das erste Obergeschoß erfährt zur Feldseite eine besondere Betonung durch die drei spitzbogenförmigen Blendarkaden, wodurch der Bau als eines der Haupttore mit einer über den Nutzcharakter hinausgehenden Bedeutung erkennbar wird.

1885-88 wurde das Hahnentor nach Entwürfen von Hermann Josef Stübben(1845-1936) wiederhergestellt. Hierbei erhielt der Bau unter anderem stadtseitige Anbauten mit Treppen, neue Fensteröffnungen sowie in der mittleren Blendarkade das Adlerrelief mit der Inschrift: ERNEUERT 1888.

Diese Maßnahmen bedeuteten die Rettung des damals sehr baufälligen Bauwerkes. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das teilzerstörte Hahnentor mit einigen Veränderungen wiederaufgebaut. Trotz dieser Abweichungen von den vorangegangenen baulichen Zuständen wird das von einer großzügigen Platzanlage umgebene Hahnentor als eine der letzten Torburgen Kölns und als eines der eindrucksvollsten Stadttore Deutschlands zum unverzichtbaren Dokument. Noch heute gibt es eine Vorstellung von der fortifikatorischen Bedeutung der im Mittelalter am stärksten befestigten deutschen Stadt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 0387


Das Denkmal hat die Nummer 128 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

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