Kirche Alt St. Katharina mit Kirchhof

Sebastianstr. 231, 50735 Köln - Niehl
Errichtet: 12. Jhdt. - 15. Jhdt.


Die alte Pfarrkirche des Fischerdorfs Niehl stammt in ihren älteren Teilen aus dem 12. Jahrhundert (Mittelschiff und Turm). Mitte des 13. Jahrhunderts wird der gewölbte, gotische Chor mit dreiseitigem Polygon angefügt, gleichzeitig wird das südliche Seitenschiff der Basilika abgebrochen. Um 1400 wird das Mittelschiff gewölbt. Die barocken Veränderungen werden 1894-98 rückgängig gemacht, gleichzeitig entsteht das nördliche Seitenschiff neu. Die letzte Restaurierung der zweischiffigen Werksteinkirche mit Sattel- und Pyramidendach erfolgte Anfang der siebziger Jahre.

Teile der ursprünglichen Ausstattung aus dem 15. - 18. Jahrhundert blieben erhalten, erwähnt seien die Abendmahlgruppe und die Kanzel. Die neuen Fenster stammen von Vincenz Pieper. Die Kirche wird von dem ehemaligen Friedhof, heute einer Grünfläche, und der Einfriedungsmauer umgeben. Hier blieben eine Reihe alter Grabsteine (ab 1594), ein Kriegerdenkmal von 1875 und eine Nepomuk-Figur von 1747 erhalten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Alt St. Katharina gehört zu den kleinen, ursprünglich basilikalen Landpfarrkirchen aus romanischer und gotischer Zeit. Gesamtform und Detailbildung zeigen die Umsetzung aus der Hochkunst in die dörfliche, schlichte Architektensprache der Zeit. Die Reste der Wandmalerei und die erhaltene Ausstattung sind von guter Qualität.

Die Kirche war der Mittelpunkt der ländlichen Ansiedlung der Bauern und Fischer am ehemals hochgeböschten Rheinufer. Die alte Pfarrstelle stand in enger Beziehung zu den stadtkölnischen Stiften, zunächst zu St. Ursula, später zu St. Kunibert. Trotz Veränderung des Rheinufers in den zwanziger Jahren vermag die kleine Kirche mit ihrer Umgebung den alten Ortskern von Niehl noch immer zu bestimmen. Der Berührungspunkt von Rheinufer und Sebastianstraße wird hier wirkungsvoll betont.

Die Unterschutzstellung umfaßt das Kirchengebäude und seine feste und bewegliche historische Ausstattung, seine Umgebung (Friedhof und Einfriedung) sowie alle ortsfesten Bodendenkmale, die u.U. untertägig im Boden verborgen sind.

Referenz: 7975


Das Denkmal hat die Nummer 1266 und ist seit dem 13. Januar 1983 geschützt.

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