Verwaltungsbauten Historisches Rathaus

Rathausplatz, 50667 Köln - Altstadt-Nord
  1.  Saalbau mit Vorhalle und Hansasaal 
  2. Prophetenkammer 
  3. Ratsturm mit Turmkeller, Rentkammer und Senatssaal 
  4. Löwenhof 
  5. Rathausvorhalle

 

1. Saalbau mit Vorhalle und Hansasaal 

Hälfte 14. Jh., verändert 1864/66 (Julius Raschdorff), im zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wieder hergestellt. Länge 30 m, Breite 7,60 m. EG ehemalige Wohnung des Burggrafen (Hausmeister), kleine Ratskammer und Kammer der "Vierundvierziger", heute: Empfangsraum mit Garderobe. Türe (Hein Gernot), veränderte Kopie des Dombildes (Kaspar Benedikt Beckenkamp), Glasfenster. 1. OG in den hochgotischen Formen wieder hergestellt. Hansasaal mit Blendmaßwerk. Südwand mit Tabernakelarchitektur: Figuren der Neun Guten Helden auf Konsolen unter Baldachinen. Nordwand mit Blendmaßwerk, anstelle der ursprünglichen Wandmalerei die acht Prophetenfiguren (um 1410) aus der Prophetenkammer.

2. Prophetenkammer 

 Der im Anschluß an den Saalbau errichtete Trakt, ursprünglich aus dem frühen 15. Jh., 1865/66 von Grund auf neu errichtet, wurde nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut (K. Band). Darin intarsiertes Holzportal (Melchior von Reidt, um 1600) aus dem Zeughaus, weitere Intarsientür (Rückseite), Balkonaustritt zum Rathausplatz mit Gitter (Günter Lossow).

3. Ratsturm mit Turmkeller, Rentkammer und Senatssaal

1407 - 1414; fünf Geschosse, die unteren drei auf quadratischem, die oberen beiden auf achteckigem Grundriß,

  • die unteren Geschosse mit vier Fensterachsen,
  • die oberen in der Flucht mit den unteren Geschossen zweiachsig, über den Ecken je eine Achse;
  • an der Südseite achtseitiger Treppenturm.
  • Ein offener Glockenstuhl unterbricht die achtseitige Schieferpyramide.
  • Maßwerk- und Kreuzstockfenster mit Vorhangbögen sitzen in profilierten Gewänden,
  • Gesimse trennen die einzelnen Geschosse und binden den Treppenturm ein.
  • Hinzu treten Wasserspeier, Fialen, Zinnen- und Maßwerkbrüstung.

 

Der im zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte und später wieder aufgebaute Turm erhält wieder einen figürlichen Schmuck. Reste der Bauskulpturen des vorigen und des frühen 20. Jahrhunderts sind erhalten.

4. Turmkeller

Nach Kriegszerstörung wieder hergestellt (in seiner alten Substanz ursprünglich), 4 Kreuzrippengewölbe auf mittlerem Bündelpfeiler. Ursprüngliche Funktion: Weinkeller.

5. Rentkammer (EG)

Nach Kriegszerstörung nach altem Vorbild wieder hergestellt. 4 Sterngewölbe auf schlankem Mittelpfeiler. Darin: Steinfigur, Glasfenster. Ursprüngliche Funktion: Finanzverwaltung, Urkundenarchiv; später: Tresor.

6. Senatssaal (1.OG)

Nach Kriegszerstörung nach altem Vorbild wieder hergestellt. Ursprünglich 1597 bis 1602 mit Stuck gestalteter Raum: Decke, kleinteilig kassettiert und mit Imperatorenmedaillons verziert. Darin: Hölzernes Gestühl (Melchior von Reidt), Intarsienportal (Melchior von Reidt, 1601), Bild mit Gekreuzigtem (Geldorp Gortzius).

7. Löwenhof 

Zweistöckige, gewölbte Galerie um unregelmäßigen, viereckigen Innenhof in den Formen der Renaissance (Laurenz von Kronenberg, 1541); nach Zerstörung im zweiten Weltkrieg vereinfacht wieder hergestellt. Darin: Petrusbrunnen (Rest des Marienaltars aus dem Dom von Herbert Neuß, 1662), Wasserspeier (Schüler Karl Burgeffs), Löwenkopf (Karl Burgeff).

8. Rathausvorhalle (Rathauslaube)

1569 - 1573 (Wilhelm Vernukken).

  • 2 Geschosse, 5 Schiffe breit, 2 Joche tief,
  • offene, gewölbte Arkaden in Anlehnung an Triumphbögen der Antike;
  • verschiefertes Walmdach mit Zwerchhaus, Gauben, Dachhäuschen, Gratkämmen und Wetterfahnen.
  • Mittel- und Seitenrisalite, von Säulen auf Postamenten getragenes, verkröpftes Gebälk,
  • im EG rundbogige, im 1. OG spitzbogige Arkaden mit betonten Schlußsteinen an den Risaliten.
  • In den Arkaden des 1. OG befinden sich Brüstungen mit Inschriften zur römischen Geschichte Kölns, an den Risaliten Reliefs, die auf den Machtanspruch des Stadtrates anspielen.
  • In den Arkadenzwickeln des EG sind Medaillons mit römischen Imperatorenköpfen angebracht, in denjenigen des 1. OG Genien des Sieges.
  • In der Ädikula über dem Mittelrisalit steht die Statue der Gerechtigkeit (erneuert von W. Albermann), stand früher die Figur des Kölner Bauern.

 

Die Rathauslaube wurde als repräsentative Verkündungsstätte des Rates für die auf dem Rathausplatz versammelten Bürger anstelle der mittelalterlichen Vorhalle errichtet.

Umfassende Informatioen zur Rathauslaube in einer Dissertation siehe hier

Referenz: 7298


Das Denkmal hat die Nummer 114 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

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