Kirche Neu St. Heribert

Deutzer Freiheit 64, 50679 Köln - Deutz


errichtet 1891-1896

Architekt Caspar Clemens Pickel (1847-1939)

Neu St. Heribert,

  • Form einer spätromanischen Gewölbebasilika
  • zwei Fassadentürmen,
  • Querhaus,
  • halbrunder Chor 
  • zwei Flankentürme

 

Die parallel zum Rhein, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtete Kirche ist von großer städtebaulicher Wirkung. In die Pfarrkirche, die eine neuromanische Ausstattung erhielt, wurden der Heribertschrein und andere Werke aus der 1002/03 gegründeten Abtei- und späteren Pfarrkirche St. Heribert sowie aus der Pfarrkirche St. Urban übertragen.

Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, Abbruch der Zwerchgalerien sowie der Langhaus- und Querschiffgiebel wurde Neu St. Heribert von Rudolf Schwarz (1897-1961)und Josef Bernard in den Jahren 1951 bis 1956 wiederaufgebaut. Dächer mit geringerer Neigung wurden aufgebracht und das Mittelschiff erhielt statt der Gewölbe einen verschalten Dachstuhl. Die Ausmalung des Innern, die Fenster und Altarzone wurden in den 1980er Jahren im Stil der Nachkriegszeit neu gestaltet.

1996 Einrichtung eines Sacrariums, in dem u.a. mittelalterliche Textilien, die 1920 dem Heribertschrein entnommen wurden, sowie liturgische Geräte und Abtsinsignien aus der ehem. Abteikirche ausgestellt sind.

Historische Ausstattung:

 

Altäre:

  • Westl. Seitenschiff: Mensa mit Kupferplatten sowie Tabernakel des ehem. Hochaltars, 1907, (W. Mengelberg/H. Birgel), zugehörige Predella u. Emmausrelief des Altaraufbaus, Depot
  • Östl. Seitenschiff: Mensa d. ehem. Josefsaltars, vor 1908 (Th. Haake)
  • Östl. Nebenapsis: Mensa d. ehem. Marienaltars, vor 1908
  • Vierungsaltar und säulengestützter Tragstein für den Heribertschrein, errichtet 1955,                Entwurf: Rudolf Schwarz (1897-1961)


Glasfenster:

Chor, Obergaden:

  • fünf Farbfenster (Lamm Gottes, Evangelistensymbole), 1954-59 (W. Weyres)

 

Seitenschiffe, Querhaus u. Nordwand:

  • drei Maßwerkrosetten und 14 Glasbilder (Leben Jesu), 1977-81 (W. Buschulte)


Weitere Ausstattung:

  • Taufbecken aus St. Urban, 15. Jh., Deckel 1954 (H. Gernot), Chor
  • Taufbecken, vor 1908 (C.C. Pickel/Th. Haake), westliches Querschiff
  • drei Beichtstühle, vor 1908 (C.C. Pickel/N. Vogt), ergänzt, Seitenschiffe
  • dreiarmiger Leuchter, 1915 (L. Moldrickx ?), westl. Querschiff
  • Sakristeischränke, vor 1908 (C.C. Pickel), Sakristei
  • Sakramentshaus, 1970-73 (A. Wolff/K.M. Winter), Vierung

 

Geläut:

  • Glocke aus Mehlsack, Ostpreußen, 1614 (G. Benningk, Danzig) 
  • Glocke aus Frankenstein, Schlesien, 1636 (F. Gyot/F. Dubois aus Lothringen)
  • Glocke, 1927 (F. Otto, Hemelingen bei Bremen)


Holzplastik:

  • Kruzifix, ehem. an der Westseite der Abteikirche, 1666, westl. Vierungspfeiler
  • vier Statuen der Kirchenväter, ehem. an den Pfeilern der Abteikirche, Ende 17./18. Jh., Chor
  • Statue d. Judas Thaddäus, ehem. im Chor der Abteikirche, 1772, östliches Seitenschiff
  • Puttengruppe mit Mitra des hl. Heribert, ehem. im Hochaltar der Abteikirche, 1772, Chor
  • Maria mit Kind, aus der Pfarrkirche Alt St. Heribert, Mitte 19. Jh., östl. Seitenschiff
  • fünf Figuren (Christus und vier Evangelisten) von der neubarocken Kanzel in Alt St. Heribert, Mitte 19. Jh., Depot
  • Kruzifix, um 1895, westl. Vorhalle
  • Torso des Christuskorpus, von der ehem. Triumphkreuzgruppe, 1899 (C.C. Pickel/J. Fink), westl. Querhaus,
  • zwei Büsten d. Apostel Bartholomäus u. Matthäus, vom ehem. Triumphkreuzbalken, 1899, Depot
  • Figur des hl. Antonius v. Padua mit dem Jesuskind, vom ehem. Antoniusaltar, vor 1908 (W. Mengelberg), nördl. Vorhalle
  • Statue der hl. Barbara, vom ehem. Barbaraaltar, vor 1908 (L. Piedboef), Dachboden


Sonstige Plastik:

  • Pietà aus Terrakotta, vor 1899 (J. Holtmann), östlich. Langhauspfeiler
  • Moses verteilt das Opferlamm, ehem. Kommunionbankrelief, vor 1908 (A. Iven), Keller
  • Ehrenmal für die Toten (Trauerzug zu Mutter Erde), um 1920, westl. Vorhalle
  • vierzehn Kreuzwegstationen, 1962 (Th. Heiermann), Seitenschiffe

Malerei

  • Flügelaltar mit Marienbild der Immerwährenden Hilfe, vor 1908 (H. Lamers), nördl. Eingang
  • Hl. Aloysius, Altarblatt vom ehem. Aloysiusaltar, vor 1908 (H. Lamers), Depot


Schatzkunst (Auswahl):

  • Stab des hl. Heribert, 10. Jh./um 1020, Sacrarium
  • Heribertschrein, 1165-75, Vierung
  • sogenannter Pokal des hl. Heribert, 15. Jh., Sacrarium
  • Abtsstab, um 1500, Sacrarium
  • Kelch, 1579, Sacrarium
  • silberne Buchbeschläge, um 1750, auf Missale von 1923 (Paramentenkammer)
  • Marienstatue d. Wallfahrt nach Kevelaer, 1913 (L. Moldrickx), Sacrarium


Paramente (Auswahl):

  • Sog. Heribertkasel, um 1000(?), Sacrarium
  • Byzantinisches Seidengewebe mit Löwen, 976-1025, aus dem Heribertschrein, Sacrarium
  • Seidengewebe mit Falken, erste Hälfte 12. Jh., aus dem Heribertschrein, Sacrarium
  • Leinengewebe mit Rauten, erste Hälfte 12. Jh., im Heribertschrein
  • Abtsmitra, um 1740, Paramentenkammer

 

Bestandteil des Denkmals sind auch die übrigen, im Besitz der Kirchengemeinde befindlichen

  • Geräte,
  • Reliquiare,
  • Paramente,
  • Gemälde,
  • Skulpturen,
  • Grabmäler
  • historische Ausstattungsstücke,

für die auf das Karteikarteninventar beim Stadtkonservator verwiesen wird sowie auf folgende

Publikationen:

  • Helmut Fußbroich, Die Pfarrkirche St. Heribert in Köln-Deutz, Rheinische Kunststätten Heft 270, Neuss 1982.- Ders.,
  • Zur Pfarrkirche St. Heribert in Köln-Deutz, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 54, 1983, S. 237- 267.-
  • Ulrich Krings, Die Katholische Pfarrkirche St. Heribert in Köln-Deutz, in: Rechtsrheinisches Köln, Bd. 14, Köln 1988, S. 65-88.-
  • Walter Geis, Die Ausstattung für Neu St. Heribert 1887-1915, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 146-163.-
  • Martin Seidler, Der Schatz von St. Heribert in Köln-Deutz, Rheinische Kunststätten Heft 423, Neuss 1997.-
  • Ders., Der Heribertschrein – Rekonstruktion und Vergleiche, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 71-109. – Ders.,
  • Das Sacrarium von Neu St. Heribert in Köln-Deutz, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 118-124.-
  • Annemarie Stauffer/Felicitas Weiße, Die neuzeitlichen Paramente von St. Heribert in Köln, in: Colonia Romanica XIII, 1998, S. 164-181.

 

Bestandteil des Denkmals sind auch

  • Frei- und Grünflächen (Einfriedung durch Basaltsockel) mit Baumbestand auf dem Vorplatz und der Ostseite der Kirche
  • Grünfläche des Pfarrgartens mit ihrer Randbepflanzung (Büsche und Bäume) im Süden und Westen der Kirche,
  • zwei Sandsteinkapitelle, um 1900 (ehem. auf Granitsäulen vor der Kirchenfassade) im Pfarrgarten.

 

Außerdem werden alle ortsfesten Bodendenkmale einbezogen, die u.U. untertägig im Boden verborgen sind. Nicht Bestandteil des Denkmals sind der moderne Anbau an der Westseite der Kirche sowie der Schuppen im Pfarrgarten.

Die Kirche Neu St. Heribert ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NRW). Die o.g. historischen Ausstattungsstücke sind Teil des Baudenkmals im Sinne von § 2 Abs. 2 des DSchG NRW. Sie bilden mit dem Baudenkmal eine Einheit von Denkmalwert. Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 3044


Das Denkmal hat die Nummer 1026 und ist seit dem 1. Juni 1982 geschützt.

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