Kirche St. Mauritius

Mauritiussteinweg 61, 50676 Köln - Altstadt-Süd
Errichtet: um 1860; 1956/57 Wiederaufbau


Architekt: Vincenz Statz (1819-1898)

  Friedrich (Fritz) Schaller (1904-2002) Wiederaufbau

St. Mauritius wurde an Stelle einer romanischen Kirche aus dem 12./13. Jhdt. errichtet. Der Unternehmer Franz Heinrich Frank stiftete damals für den Abriss der alten Kirche und den Neubau eine große Summe. An ihn erinnert die benachbarte Frankstr. (Altstadt-Süd). Nach den Zerstörungen des Krieges wurde die Kirche unter Beibehaltung des Turms und umfassender Teile des Inneren nach Entwürfen des  neu aufgebaut.

Wesentliche charakteristische Merkmales des Denkmals

Von der neugotischen Kirche wurden nach schweren Kriegszerstörungen und Abbruch weiterer Teile nur der Westturm und die Ostanlage mit zwei flankierenden Treppentürmen erhalten und von Friedrich (Fritz) Schaller 1956/57 in den Neubau einbezogen.

Oktogonaler Chor mit Faltdach. An der Stelle des ehem. Langhauses Grünanlage.

Westturm:

Turmspitze: Figur des Hl. Mauritius, 1866 (E. von Steinle/P. Fuchs) Ehem.

Westportal:

Gewändefiguren der Hll. Dionysius u. Reinold, 1878 (P. Fuchs)

Tympanon: Martyrium d. Hl. Mauritius; Verweigerung des heidnischen Opfers, 1878 (P. Fuchs).

Maßwerk: Achtarmiger Leuchter, 1957 (L. Gies)

Ostanlage:

Bekrönung v. Türmen u. Oktogon: 3 Cherubim, 1956/57 (E. Hillebrand)

Ausstattung:

Fußboden:

Ziegelplatten, 1956/57

Glasfenster:

Obergaden: ornamentale Lichtbänder Oktogon: Engelfenster, 1961 (F. Pauli)

Altar:

Oktogon: Altarmensa, 1957 (Büro: Friedrich (Fritz) Schaller)

Weitere Ausstattung:

  • zwölf Standleuchter, um 1957 (W. Jungherz),
  • Oktogon u. westl. Taufbezirk
  • Taufbecken und zwei Weihwasserbecken, um 1957 (W. Jungherz)
  • Kanzel um 1957 (Büro: Friedrich (Fritz) Schaller)
  • SO-Nische Vortragekreuz, 1950-60er Jahre
  • Sakristei Tabernakel, 1960er Jahre (K.M. Winter)
  • NO-Nische Altarkreuz, 1960er Jahre, Pfarrbüro

 

Geläut:

  • fünf Glocken, 1958/60 (Petit u. Gebr. Edelbrock), Westturm

 

Steinplastik:

  • zwei schwebende Engel, 1967-69 (Th. Heiermann), Oktogon
  • Buchstütze (liegende Schlange), 1960er Jahre (Th. Heiermann)

 

Holzplastik:

  • Gabelkreuz, um 1415/20, NW-Nische
  • Kreuzigung mit Maria u. Johannes, um 1525, Fassung um 1868, Oktogon
  • Madonna mit Kind, um 1900,
  • S-Nische Figur des Bruder Konrad, 1950er Jahre,
  • Turm Erdgeschoß Figur des Hl. Judas Thaddäus, 1950er Jahre,
  • Turm Erdgeschoß Figur des Hl. Antonius, 1950er Jahre, Turm Erdgeschoß

 

Gemälde:

Tafelgemälde: Madonna mit Hl. Augustinus u. Hl. Ulrich, Stiftung Rinck 1514

  • Sakristei Altarflügel:
  • Seite A: Johannes der Täufer
  • Seite B: Hl. Georg, Hl. Christophorus
  • Marter der Gefährten des Hl. Achatius, um 1500, N-Nische Tafelgemälde: Martyrium des Hl. Reinold, spätes 17. Jh., NW-Nische

Schatz:

  • Kelch, 1727, Sakristei
  • Kelch, um 1760 (M.H. Rolshoven), Sakristei
  • Tablett mit 2 Meßpollen, 1770-80 (J.H. Maurer), Sakristei
  • Reliquiar des Hl. Rock, 1933 (A. Wortmann/L. Weber), NW-Nische

 

Bestandteil des Denkmals sind auch die übrigen, im Besitz der Kirchengemeinde befindlichen liturgischen Geräte, Reliquiare, Paramente, Gemälde, Skulpturen, Grabmäler und historischen Ausstattungsstücke, für die auf das Karteikarteninventar beim Stadtkonservator verwiesen wird sowie auf folgende Publikationen:

W. Weyres, Neue Kirchen im Erzbistum Köln 1945-1956, Düsseldorf 1957, S. 114.- H. Vogts, Vincenz Statz (1819-1898), Mönchengladbach 1960, S. 33-37, Nr. 92.- F. Mühlberg, Jahrb. Rhein. Denkmalpflege Bd. 23, 1960, S. 179-191.- Goldschmiedearbeiten des Historismus in Köln, Ausst. Kölnisches Stadtmuseum 1980, Nr. 28. 37. 73. 125. 139.-.- H. Kempkens/U. Vogtt, Colonia Romanica Bd. XI, 1996, S. 145-154.

Außerdem werden alle ortsfesten Bodendenkmale einbezogen, die u.U. untertägig im Boden verborgen sind.

Die Kirche St. Mauritius ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Die o.g. historischen Ausstattungsstücke sind Teil des Baudenkmals im Sinne von § 2 Abs. 2 des DSchG NW. Sie bilden mit dem Baudenkmal eine Einheit von Denkmalwert. Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 6215


Das Denkmal hat die Nummer 1019 und ist seit dem 24. Mai 1982 geschützt.

Denkmal <Kirche St. Mauritius> bearbeiten
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