Kirche St. Paul

An der Pauluskirche, 50677 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1906-1908


Architekt: Stefan Mattar (1875-1943)

Stil: Historismus-Spätgotik

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Äußere ist reich gegliedert. Die Eingangsseite ist turmlos, da sich der Turmbau erst zwischen Langhaus und Chor erhebt. Die ersten drei Joche des Langhauses sind basikal gegliedert, begleitet durch schmale Seitenschiffe. Ein offenes Strebewerk leitet über zu den Wänden des Hochschiffs. Die folgenden drei Joche sind als Stufenhalle gegliedert, die eine Art Querschnitt ersetzen. Der Turmriegel, auf quer-rechteckigem Grundriß, bildet innen wie außen eine Zäsur zwischen Langhaus und Chor. Zu beiden Seiten des Chorbaus sind Nebenbauten eingefügt: Einmal die Sakristei, zum anderen die Kardinal-Melchers-Kapelle.

Nach den starken Zerstörungen im zweiten Weltkrieg wurde in einem zweiten Bauabschnitt im Inneren das spätgotische Netzgewölbe wieder hergestellt. Am Außenbau erhielt der Chor seine reiche Gliederung zurück, während die Seitenfronten des Langhauses noch auf die endgültige, steinmetzmäßige Bearbeitung warten.

Der Turm präsentiert sich heute ohne die dreiteilige Spitze nur mit dem Kranz der Balustrade und den schlanken Fialen. Er wirkt heute "englisch".

Die Innenausstattung ist weitgehend nach dem zweiten Weltkrieg geschaffen. In einem Seitenraum finden sich die Reste des expressionistischen Paulusaltar von 1929.

Die städtebauliche Bedeutung des Kirchengebäudes ergibt sich aus folgenden Gründen: St. Paul liegt auf einer Insel zwischen der Vorgebirgstraße und der Kleingedankstraße. Fassadengiebel und Turm liegen in der Achse der Ulrichgasse, so daß sich für den Betrachter, der sich von der Altstadt nähert, der Turm der Ulrepforte und das Kirchengebäude als wichtiger Blickpunkt darbieten.

Darüber hinaus ist das Gebäude auch von ortsgeschichtlicher Bedeutung: Über den engen Rahmen der Neustadt hinaus besitzt die Kirche St. Paul eine historische Bedeutung für Köln als Ganzes. Das Patrozinium erinnert an die ehemalige Altstadt-Gemeinde St. Paul, deren Kirche im Schatten des Doms lag und die ein Opfer der Sakularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde. Der Name soll aber auch das Gedächtnis an den streitbaren Kölner Kardinal der Kulturkampfzeit, Erzbischof Paulus Melchers (gestorben 1895) wach halten.

Referenz: 1836


Das Denkmal hat die Nummer 1000 und ist seit dem 3. Mai 1982 geschützt.

Denkmal <Kirche St. Paul> bearbeiten
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