Das Flittarder Werth, Pützlachstr., 51061 Köln - Flittard
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Hans Metzmacher Hans Metzmacher
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Album: Das Flittarder Werth - Teil 1

Das Flittarder Werth - Teil 1 : Das Flittarder Werth

Pützlachstr. (51061 Flittard)


Baden im Boddefras

Weitere Fotos aus dem Album "Das Flittarder Werth - Teil 1"


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Das Flittarder Werth

Gestalt und Wandel im Kartenbild

 

von Hans Metzmacher

 

 

 

 

 

Ausschnitt aus: "Beschreibung und abris des Collnischen Schweidts,

mit seinen Gemercken, Wegen, Scheidungen,

ein- und umliegenden dorfferen, heuseren, landen."

von Abraham Hogenberg,

nach 1609

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Flittarder Werth

Gestalt und Wandel im Kartenbild

 

 

 

  •  Vorwort
  • Vorgeschichte                                                                                                                       
  • Die Entstehung des Flittarder Werths  ~1535  - 184
  • Jagdkarte  ~1760          
  • Die ersten Hochwasser-Schutzmaßnahmen für Flittard  ~1767  
  •  Der Eisgang von 1784
  • Karte von Carl Friedrich von Wiebeking 1794
  •  Vom Urriss zur Katasterkarte 1825
  •  Aufnahme der Rheinprovinzen durch Tranchot  (linksrheinisch) und von Müffling (Ergänzung linksrheinisch und rechtsrheinisch) 1828
  • Preußische Uraufnahme 1836  - 1850
  • Hochwasser und die Hilfe für Flittard aus dem Hause Fürstenberg-Stammheim 1845
  • Die Arbeiten der Rheinstrom-Bauverwaltung  im Bereich

     Stammheim-Flittard-Niehl 1851 - 1900

  • Preußische Neuaufnahme 1892 - 1895 und Folgeblätter TK25
  • Zusammenfassung

 

 

 

 

Anhang

 

  •  Hochwasserstände 1880-2003
  •  Aus dem Taufbuch von St. Hubertus in Köln-Flittard 1882
  •  Bildnachweis
  • Quellenangaben

 

Vorwort

 

 

Diese Ausarbeitung ist dem ersten Vorsitzenden des Bürgervereins Köln-Flittard von 1989 e.V., Josef Meyer  gewidmet.

 

Sein Motto " Alles zum Wohle Flittards"

  

Anhand von ausgewähltem Kartenmaterial, Chroniken, Urkunden, Fotos und Berichten möchte ich einen Überblick über die Entstehung des Flittarder Werthes und des Hochwasserschutzes vor 1894 vermitteln, um Gesammeltes und Erforschtes weiterzugeben und zu erhalten. Viele Textzeilen und Wörter sind zur Dokumentation in der ursprünglichen Schreibweise belassen worden und kursiv dargestellt.

Erläuterungen sind in kleiner Schrift verfasst. Umfangreichere Erläuterungen sind mit Hochzahl versehen und am unteren Blattrand aufgeführt.

Diese Ausarbeitung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll aber dazu beitragen der Kette von Ausarbeitungen über die Geschichte Flittards ein weiteres Glied anzufügen.

Es gibt noch viele Kartenwerke die teils die vorgestellten Darstellungen wiederholen, oder aber  vom Maßstab her für Aussagen nicht verwendet werden konnten oder für andere Themenbereiche  eher geeignet sind.

 

Hans Metzmacher  Juni 2003

 

 

 

 

Vorgeschichte

 

 

Die Geschichte des Werths und des Hochwasserschutzes sind Teile der Geschichte des Ortes Flittard am Rhein.

Flittard liegt in der heutigen Zeit nicht mehr unmittelbar am Rheinstrom und ist  seit 1894 durch einen Deich gegen Hochwasser geschützt.

Die meiste Zeit in der 1000jährigen Geschichte unseres Dorfes war dies nicht der Fall.

Topographisch gesehen liegt Flittard im Gegensatz zum Strombett auf einer leicht erhöhten, durch den Fluss in seinem ursprünglichen Verlauf1 geschaffenen Lehm- und Geröllbank, die aber gegen die steigenden Fluten des Rheins keinen Schutz bot (der Geländebruch westlich der Pützlachstraße (Kirch Gasse), an der Kirche und am alten Friedhof ist noch heute deutlich auszumachen und war auch bestimmend für die langgestreckte Form des alten Dorfkerns, Oben im Dorf, Unten im Dorf).

Die Fluten haben dem Dorf immer wieder großen Schaden zugefügt.

Jedes Hochwasser brachte Unheil. Die Saat wurde fortgeschwemmt. Der fruchtbare Ackerboden mit Sand, Kies und Steinen zugedeckt, Saatgut und Futter verdarben durch Feuchtigkeit und Fäulnis. Hochwasser und Hungersnot gehörten zusammen.

Hilfe von außen war in den seltensten Fällen zu erwarten (Auf eine dokumentierte Hilfeleistung im Jahre 1845 komme ich noch zurück).

Zur sonderlichen Größe ist das Dorf daher nie gelangt. Es war bis zur hier einsetzenden Industrialisierung auf wenige Straßen, auf einzelne Höfe und  die von ihnen abhängigen kleinen Häuser der Landarbeiter und die Häuser der Handwerker und Fischer beschränkt.

Bei Eisgang zerstörten die Schollen durch die Wucht des Aufpralls ganze Häuser, denn die Häuser und Stallungen bestanden meist aus Fachwerk, die Gefache waren mit Lehm und Stroh gefüllt und boten dem Wasser keinen großen Widerstand.

1

Der Name des Rheins (abgeleitet von dem keltischen "reno") sagt aus, das schon in vorgermanischen Zeiten hier Kelten gelebt haben. Den Germanen war der Rhein ein heiliger Fluss. In unmittelbarer Nähe des Flusses waren ihre heiligen Haine und ihre Begräbnisstätten. Wenn man sich vorzustellen versucht, wie der Rhein vor ein paar tausend Jahren ausgesehen hat, wie er ungebändigt mit mehreren Nebenarmen durch unser Gebiet floss, so kommt man schnell auf gewaltige Ausdehnungen.

Zwei Nebenarme verliefen im Osten des Hauptstromes. Der erste zweigte unterhalb von Dollendorf vom Mittellauf ab, zog an Siegburg und Troisdorf vorbei durch die Wahner Heide, berührte Heumar, Brück, Merheim, Holweide und Dünnwald, floss östlich am Kurtkottenhof vorbei auf Manfort zu und kehrte schließlich unterhalb von Wiesdorf, etwa in Höhe der alten Wuppermündung in den Hauptstrom zurück. Ein zweiter östlicher Nebenarm zweigte bei Holweide von dem ersten ab, ging über Höhenhaus und vereinigte sich unterhalb von Wiesdorf mit dem Hauptstrom.

Wenn man die ehemals weit über 1000 Grabhügel entlang des Mauspfades zwischen Dünnwald und Iddesfelder Hardt  und den Geländebruch entlang des Mauspfad als ehemalige, vom Rhein geformte Flusskante betrachten, so finden der hier ehemals fließende heilige Fluss und die Begräbnisstätten wieder zusammen.

Seit  etwa 3000 Jahren hat sich der Lauf des Rheins nicht mehr sehr verändert. Nur der Mensch hat immer wieder versucht, seinen Lauf zu lenken und zu zügeln und das nicht immer mit  Erfolg.

 

Häuser aus Stein kamen erst mit dem Bau der Ziegelei "in Mode"(Die Ziegelei stand am Ende der heutigen Hubertusstraße, zu sehen auf der topographischen Karte 1:25000 von 1936, Seite 46).

Die langsamen Entwicklungen des Deichbaus, die Trockenlegung und die Anlage eines Werths haben während Jahrhunderten die Gefahr verringert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispiel eines Bauernhauses in Flittard als typischer Vertreter für ein Bauernhaus am Niederrhein, hier ehem. Haus Flittarder Hauptstraße 18

 2 Der Grundriss des Wohnhauses geht bei den kleinsten  wie auch den größten Höfen, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, auf eine einheitliche Grundlage zurück:

Das Haus ist im Erdgeschoss quer in drei Räume unterteilt. Der mittlere dieser Räume ist vom Hof aus oder von der Straße aus unmittelbar zugängig und hat, wenn es die Umstände erfordern, noch einen zweiten Ausgang an der Rückseite. Dieser Raum ist die Koch- und Wirtschaftsküche. Auch der Backofen wird häufig von hier aus bedient. Außerdem sind von diesem Raum aus die anderen Wohnräume sowie das Obergeschoss zugängig. Die Belichtung dieser Dielenküche erfolgt oft nur durch die obere Öffnung der quergeteilten Tür. Zum Aufenthalt im Winter war sie also nicht geeignet. Diesem Zweck diente die an der Kaminwand liegende Stube. Die meisten einläufigen, von der Küche aus hochgehenden Treppen sind in den meisten Fällen sehr steil. Der Neigungswinkel ist größer als 45°, sie nehmen infolgedessen nur einen geringen Raum ein. Eine Besonderheit dieser Hauseinteilung zeigt ein Hof in Flittard, bei dem die Küche parallel zur Breitseite des Hauses angeordnet ist.