Im Inneren von Groß St. Martin, An Groß St.Martin, 50667 Köln - Altstadt-Nord (2008)
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Sammlung: Groß St. Martin

Groß St. Martin : Im Inneren von Groß St. Martin

An Groß St.Martin (50667 Altstadt-Nord)


Weit mehr als der unvollendete Dom prägte die dem Heilgen Martin geweihte Kirche über Jahrhunderte das Stadtbild Kölns.

Ihr Bauplatz war im 12. Jhdt die ehemalige Rheininsel zwischen dem Alter Markt und dem Frankenwerft. Auf den Fundamenten alter römischer Lagerhallen und älterer Vorgängerbauten wurde die Kirche ab der Mitte des 12. Jhdt erbaut. Seit dem 10. Jhdt war hier ein Benediktiner-Chorherren- Stift angesiedelt, dessen Gründung auf den Erzbischof Bruno, den Kanzler des Reiches und Bruder Kaiser Otto des Großen zurückgeht. Charakteristisches Merkmal der romanischen Basilika ist der riesige Vierungsturm mit den vier Flankierungstürmchen und dem spätgotischen Knickhelm. An die Vierung schließen sich nach Norden, Süden und Osten die Apsiden des Dreikonchenchors an und nach Westen das relativ kurze Langhaus.

Steht man vor dem Eingang im Westen, so fällt auf, dass das rechte Seitenschiff des Langhauses schmaler ist als das linke und zwei Rücksprünge aufweist. Hier stand bis zum Abriss nach der Säkularisation im Jahre 1806 die zum Stift gehörige ältere Pfarrkirche St. Brigiden mit ihrem Turm. Im Pflaster neben der Kirche ist der Grundriss dieses Baus nachgezeichnet. (Anm. Zu einem Stift gehörte immer eine Pfarrkirche für die nicht-geistlichen Bewohner eines Stiftsbereichs. Die großen Kirchen waren den Stiftsdamen oder -herren vorbehalten. Nach der Säkularisierung und der Neuordnung von Kirchenprovinzen und Bistümern wurde die Zahl der Kirchen in Köln massiv vermindert. Unter anderem wurden die großen Stiftskirchen zu Pfarrkirchen umgewandelt, die ehemaligen Pfarrkirchen wurden anderweitig genutzt bzw. meist auf Abriss verkauft. Von den ehemaligen Pfarrkirchen blieb allein St. Peter an der Leonhard-Tietz-Str. als Pfarrkirche des Damenstifts St. Cäcilien erhalten sowie der Turm der Pfarrkirche Klein St. Martin zwischen Pipinstr. und Augustinerstr. als ehemlige Pfarrkirche des Stiftes von St. Maria im Kapitol.)

 

Groß St. Martin wurde im II. Weltkrieg massiv zerstört, Experten sprachen von einem Zerstörungsgrad von ca. 70%. Nach bereits schweren Beschädigungen im Jahre 1943 machten letzte Angriffe im Anfang des Jahres 1945 der Kirche fast den Garaus. Ihre Sicherung und der fast vierzig Jahre dauernde Wiederaufbau sind ein ganz besonderes Zeichen für den Willen, die romanischen Kirchen Kölns wiederherzustellen.

Im alten Köln gab es zwei dem Hl. Martin geweihte Kirchen: Großs St. Martin und Klein St. Martin. Die Kirche Klein St. Martin in der Nähe des Heumarkt zwischen Pipinstr. und und Augustinerstr. war Pfarrkirche des nahegelegenen Damenstifts von St. Maria im Kapitol. Nach der Säkularisation blieb davon nur der Turm als Glockenturm für Maria im Kapitol stehen.

Am Fuße der Ostseite von Groß St. Martin befindet sich eine Gedenktafel an Robert Blum, der hier in Köln am Fischmarkt geboren wurde. Robert Blum war ein maßgeblicher Politiker der Nationalversammlung 1848/49 in der Paulskirche. Er wurde am 9. November 1848 in Wien als Aufrührer erschossen, obwohl ihm als Abgeordneter der Nationalversammlung Immunität zustand.

Weitergehende Informationen findet man in dem Buch von Werner Schäfke über die romanischen Kirchen.

 

 

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