Flora, Am Botanischen Garten, 50735 Köln - Riehl (1865)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Flora

Am Botanischen Garten (50735 Riehl)

Die Straße "Am Botanischen Garten" verbindet den Alten Stammheimer Weg mit dem Riehler Gürtel und ist eingerahmt durch die Riehler Str., die Innere Kanalstr. sowie die Amsterdamer Str. Der Botanische Garten wurde von Ferdinand Peter Esser (*1859, +1945) und Fritz Encke (*1861, +1931) zwischen 1912 und 1914 angelegt und 1920 der Flora angegliedert.

Die Flora zeigt über 10.000 Pflanzenarten im Freien sowie in Gewächshäusern in ihrer Vielfalt und ihrer Bedeutung für den Gartenbau und die Gartengestaltung, aber auch für andere Lebensbereiche, sowohl zur Bildung als auch zur Erholung. Schulklassen aller Stufen erhalten in der "Grünen Schule" Flora Unterricht zu mehr als 25 Themen.
Die Kölner Flora wurde 2005 als bedeutender Botanischer Garten in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas einbezogen. Der Eintritt ist frei.


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


Nachdem der Botanische Garten 1857 an die Rhein-Eisenbahngesellschaft zur Erstellung des Bahnhofes verkauft wurde, wollten die Kölner einen neuen botanischen Garten.1862 beschloss dann eine Gruppe Kölner Bürger einen „ Botanischen Zier- und Lustgarten zu gründen. Die Herren Rob. Esser II jr./ Heinrich Garenfeld /Robert Heuser/ Jacob Kaufmann-Asser/ Gustav Luchtenberg/ Julius Marcus/ Eduard Oppenheim/Adolf vom Rath/ Adolf Rautenstrauch/Jacques Seydlitz/ Richard Voigtel und Karl von Wittgenstein gründeten ein „ provisorisches Komitee“ zur Gründung des Unternehmens. Ein Grundstück von 22 Morgen „Pilgramsche „ in der Nähe des Zoos wurde zum Preis von 22130 Talern erworben. Mit Erlass vom 13.4.1863 erfolgte die landesherrliche Genehmigung und der Preußen-König Wilhelm selbst vollzog dann den Gründungsakt der Kölner „Aktiengesellschaft zur Anlage eines botanischen Zier- und Lustgartens“ - der Flora. Nach dem Entwurf von Generalgartendirektor Lenné aus Berlin erfolgte am 25. Oktober 1862 der erste Spatenstich. Kaiserin Augusta, Gattin von Wilhelm I hat mit Schreiben vom 18.5.1863 die Schirmherrschaft übernommen. Die erste Generalversammlung war am 27.7.1864. Durch viele Stiftungen konnte der Park verschönert werden. Vier Jahre nach der Eröffnung des Zoos im Jahre 1860, konnte dann am 14. August 1864 der neue botanische Garten mit einem Festkonzert eingeweiht werden. Attraktion war der vom Architekten Max Nohl geschaffene „ Glaspalast“ Der Garten selbst wurde nach den Plänen von Peter Joseph Lennè erstellt. Erster Gartendirektor war Julius Nieprasck. 1869 wurde ein Aquarium eröffnet. Aus Rentabilitätsgründen hatte dies aber nur kurze Zeit Bestand. Der Flora konnte bei Ausbruch des Krieges ein Abholzen der Bäume und eine Niederlegung des Baues nur durch eine hohe Kaution verhindert werden. Mit Hilfe einer Lotterie am 1.4.1873 konnte der Bau einer Lehranstalt für Gartenkunde in Angriff genommen werden. Viele Ausstellungen folgten. So am 25.8.1875 eine Gartenbauausstellung mit dem Besuch der Protektorin am 7.9.1875. Hochwasser am 9.3.1876 drang über das Grundwasser in die Heizgräben. Hohe Schäden verursachten auch Sturm und Hagel 1876/77. Im September 1888 besuchte der Prinz Friedrich Leopold die internationale Ausstellung. Als Erinnerung an die Ausstellung steht der Kaiser Pavillon. Im Mai 1895 wurde das „ Flora Theater“ mit einer Operettengesellschaft im Wiener Stil eröffnet. In den Folgejahren hatte die Flora mit viel Konkurrenz in der Stadt zu kämpfen. Beliebt wurden Volksgarten, Stadtpark, Stapelshaus usw. Überall gab es bunte Gärten und Vergnügungsaktivitäten. Den Grundstock für den Saalbau brachte das Blumenfest vom 5-7-Juli 1894. Von Mai bis November 1906 erfolgte eine große Kunstausstellung in der Flor. Zu dieser Zeit entstand der Frauen Rosenhof und das Tonhaus und die Flora erhielt ein eigenes Orchester unter Musikdirektor Albin Trenkler und seit 1911 Artur Wolf. Viele Konzerte und Musikveranstaltungen lockten die Besucher in die Fora. Noch heute ist der Garten ein beliebtes Ausflugsziel vieler Kölner. Quellen: Die Chronik Kölns 50 Jahre Flora von Dr. Ferdinand Esser. Holzstich

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