Das Weyertor 1878, Weyerstr., 50676 Köln - Altstadt-Süd (1878)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Das Weyertor 1878

Weyerstr. (50676 Altstadt-Süd)

An der heutigen Luxemburger Straße lag früher ein Weiher, der dieser Straße ihren Namen einbrachte. Nachdem Kaiser Friedrich III. im Jahr 1486 beim Weyertor mit großem Boombast in die Stadt eingezogen war, existierte für einige Zeit auch der Name Kaiserstraße.

Über die Weyerstraße sind der Barbarossaplatz und die Neue Weyerstraße zu erreichen. Ebenso gelangt man auf ihrem Weg zur Huhnsgasse und Große Telegraphenstraße.


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


Nach einem Aquarell von Scheiner 1878. Das Tor hatte für die Stadt große Bedeutung, führte es doch aus der Weyerstraße über die Eifel nach Trier und Luxemburg. Lt. Koelhoffscher Chronik zog König Maximilian I mit seinem Gefolge nach seiner Krönung im Frühjahr 1486 durch das Tor in die Stadt. Es war ein fünfstöckiges Doppelhalbturmtor mit einem zweistöckigen Aufbau. Dem Abbruch der Stadtmauer ab 1881 fielen viele Tore zum Opfer, u.a. auch das Weyertor. Abriss der Stadtmauer: Die in den drei Bauphasen erstellte Stadtmauer mit ihren Türmen und Wehren verlor mit der Zeit die Notwendigkeit, vor Anstürmen zu schützen. Sie wurde aber über viele Jahre instandgehalten und ausgebessert. Nach dem Einzug der Franzosen wurde sie dann Stadteigentum und blieb es auch nach der Besitzergreifung durch die Preußen 1815. Für die aufblühende Wirtschaft und das starke Wachsen der Stadt stellte die schützende Befestigung bald ein Hindernis dar. Hauptaufgabe des als „ Roter Becker „ bekannten Oberbürgermeisters war 1875 die geplante Stadterweiterung durchzuführen. Am 5. Mai 1881 unterschrieb Fürst Bismarck einen entsprechenden Vertrag zur „ Entfestigung „ Am 11. Juni begann man feierlich die alte Mauer zu sprengen und zwar in der Nähe von Gereon. Eine aus heutiger Sicht bedauerliche Entscheidung. Nur wenige Tore und Türme haben diesen Abbruch überlebt, das Hahnentor, die Severinstorburg und die Eigelsteintorburg, der Bayenturm, die Bottmühle und die Ulrepforte, ansonsten gibt es nur noch Reste der alte Mauer.

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