Wallraf-Richarz Museum, An der Rechtschule, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1861)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Wallraf-Richarz Museum

An der Rechtschule (50667 Altstadt-Nord)


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


Wallraf- Richartz- Museum Ferdinand Franz Wallraf (20. Juli 1748 bis 13.8.1824)Sohn des Schneidermeisters Kaspar Wallraf. Die ersten Jahre lebte er in seinem Geburtshaus am Steinweg. Danach zog er mit den Eltern an St Lorenz. Mit 12 Jahren besuchte er das Gymnasium. Zuhause nutzte er jede Gelegenheit Bücher zu erhalten und zu lesen. Sein Zimmer glich einer kleinen Bibliothek. Mit 16 Jahren begann er das Studium der Philosophie und zwei Jahre später der Theologie. Jederzeitige Unterstützung fand er in der Familie Menn, eine bekannte, kunstengagierte Patrizierfamilie in der Stadt. Seine Weihe zum Priester war am 9.12.1772 und später wurde er Doktor der Medizin und Professor für Botanik. Als Professor und Rektor der Universität ( Ernennung 1793 ) vermachte er in einem Testament 1816 seinen Kunstbesitz (1616 Gemälde, 3875 Handzeichnungen, 38254 Kupferstiche und 3165 Holzstiche)der Stadt Köln. In der Franzosenzeit übersetzte er die Kölner Straßennamen für die Franzosen und er war maßgeblich an der Gestaltung des Friedhofes an Melaten beteiligt. Nach seinem Tode am 18.3.1824 gelangte die Sammlung in den Besitz der Stadt. Die Sammlungen bildeten den Grundstock für die Kölner Museumslandschaft insbesondere für das Wallraf- Richartz Museum. Gefördert von dem Kaufmann und Ledergroßhändlers Heinrich Richartz (1795-1861) wurde mit einer großen Ausstellung der deutschen Kunstgenossenschaft (der „Zweiten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung „) am 1. Juli 1861 das Museum im neuen Gebäude, auf dem Gelände des ehemaligen Minoritenklosters, unter Einbeziehung des Kreuzganges( abgerissen 1855 ) eröffnet. Der Entwurf im Stil der englischen Gotik stammt von Baumeister Josef Felten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 4.10.1855 in Gegenwart des Preußischen Königs. Der Stifter des Gebäudes, der Kaufmann Johann Heinrich Richartz starb drei Monate vor der Eröffnung. An dem Wohnhaus „Blaubach Nr. 45/49 „ erinnert eine Gedenktafel an ihn. Text: In diesem Hause lebte und starb Johann Heinrich Richartz, der Erbauer des Museums, Wiederhersteller der Minoritenkirche und Begründer eines Irrenhauses für kölnische Leute. Die Zeitgenossen und kommenden Geschlechter segnen seinen Namen. Geboren zu Köln am 17.November 1795, gestorben am 22. April 1861 „ 1943 wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Quellen u.a. Zeitbilder aus der neuen Geschichte der Stadt Köln von Dr. Leonard Ennen von 1857 ; Handbuch von Köln von Hermann Wieger 1925

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