Unter Sachsenhausen, Unter Sachsenhausen 4, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1863)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Unter Sachsenhausen

Unter Sachsenhausen 4 (50667 Altstadt-Nord)


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


Dieses repräsentative Haus wurde vom Architekten Hermann O.Pflaume entworfen. Die Eröffnung des Hauses war am 22.8.1863 Unter Sachsenhausen Nr.4. Anfang des Jahrhunderts zog die Industrie- und Handelskammer und die Börse in dieses Gebäude. Abraham Schaaffhausen gründete 1791 in Köln ein Handelshaus für Speditions- und Immobiliengeschäfte und für den Geldhandel. Der „A. Schaaffhausen´sche Bankverein“ nahm in dieser Zeit eine rasante Entwicklung. Das Haus war maßgeblich an der Gründung der Rheinischen Eisenbahngesellschaft beteiligt. In den wirtschaftlichen und politischen Wirren der Jahre nach 1848 geriet die Bank in Schwierigkeiten und musste ihre Zahlungen einstellen. Die Rettung der Bank erfolgte u.a. durch Unterstützung der preußischen Regierung. Erstmals wurde die Gründung einer Aktiengesellschaft genehmigt., die „Aktiengesellschaft A. Schaaffhausen´scher Bankverein zu Köln. Die Gründung dieser neuen Aktiengesellschaft mit Staatsgarantien erfolgte unter der Führung von David Hansmann und Gustav Mevissen. 1914 wurde sie von der Disconto Gesellschaft Bank übernommen. 1929 verschmolz die Bank dann mit der Deutschen Bank und wurde so Teil des Konzerns der Deutschen Bank. Zu dem von O. Pflaume entworfenen Bau schreibt die Illustrierte Kölner Zeitung unter dem 25.1. 1868 u.a. folgenden Text: Dieser Bau ist der Wendepunkt bei der Erstellung von Privatbauten vom üblichen Kasernenbaustil hin zu kunstvollen Schöpfungen . Eine architektonische Zierde an prächtigen älteren Bauwerken dieser reichen Stadt. Für die Säulen verantwortlich zeichnete Dombaumeister Mohr. Die Innentreppe aus schwarzem Marmor und den weißen Geländern führte in die Wohnung des Kommerzienrates Wendelstadt. Der Ballsaal war ausgestattet mit riesigen Spiegeln, vergoldeten Möbeln, Tapeten und Vorhängen aus gelber Seide, Stuckarbeiten von Joh. Harzheim und Malereien von Mintrop aus Düsseldorf. Der Speisesaal war reich ornamentiert. A. Schmitz aus Düsseldorf hat die Kindergestalten gemalt. Kleinenbroich aus Köln hat in den kleineren Gemächern die vier Jahreszeiten in weiblichen Figuren dargestellt. Hervorzuheben ist der Sitzungssaal mit dem Cabinet des Präsidenten der Verwaltungsrates Herrn Mevissen.

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