Schauspielhaus Glockengasse, Glockengasse, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1895)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Schauspielhaus Glockengasse

Glockengasse (50667 Altstadt-Nord)

In dieser Straße findet sich das berühmte 4711-Haus. An dieser Stellle baute man bereits im 15. Jahrhundert ein Bürgerhaus mit dem Namen "Zum Balkan". Drei Jahrhunderte später ging es in den Besitz von Wilhelm Mülhens über, der unter anderem auch Kölnisch Wasser produzierte.

Der Name Glockengasse beruht auf dem Glockenmeister Elias, der ca. 1266 dort lebte. Bis ins Jahr 1938 stand in der Straße auch eine 1861 gebaute und von Abraham von Oppenheim gestiftete Synagoge. In der Reichsprogromnacht am 9. November 1938 wurde sie jedoch zerstört. Eine Gedenktafel erinnert jedoch an sie.

Wenige Meter entfernt befindet sich der Offenbachplatz, an dem Opern- und Schaupsielhaus zu finden sind.


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


Nachdem das alte Stadttheater in der Komödienstrasse am 21. Juli 1859 durch eine Feuersbrunst beschädigt wurde, dann wieder hergestellt und am 16.2.1869 durch ein Feuer vollständig zerstört wurde, bildete sich ein Komitee, welches die Herstellung eines neuen Theaters anstrebte. Eine Aktiengesellschaft unter dem Namen „ Stadtkölnischer Theater Actienverein“ wurde gegründet. Der Verein erwarb das Grundstück „ Schaesbergerhof“ an der Glockengasse. Der Erwerb des Grundstückes und die Neuordnung der Straßenverhältnisse kostete die AG etwa 390 000 Mark. Die Ausführung begann nach den Plänen des Regierungsrates und Prof. Raschdoff 1870. Am 1. September 1872 wird der Renaissancebau, das Stadttheater in der Glockengasse, nach einer Bauzeit von zwei Jahren, eröffnet. Das Eröffnungsstück war „ Minna von Barnhelm“ von Gotthold Ephraim Lessing. Das Theater verfügte über rd. 1300 Plätze Es sollen Opern, Operetten, Ballett und Schauspiel ihren Platz finden. Erster Direktor des Hauses war der in Köln bekannte Opernsänger Heinrich Behr aus Rostock. Die Anrechte auf Nutzung der Logen und Plätze für die Dauer von zehn Jahren wurden in zwei öffentlichen Versteigerungen vergeben. Der Ertrag diente der Fertigstellung und Ausschmückung sowie insbesondere dem Brandschutz. Nach dem Neubau am Ring diente das Haus nur noch für Schauspiele. Das Haus wurde im Krieg völlig zerstört. Quelle: Chronik der Stadt Köln Das Kölner Stadttheater von W.A. Hospelt

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