Justizgebäude, Appellhofplatz, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1887)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Justizgebäude

Appellhofplatz (50667 Altstadt-Nord)

Auf dem Gelände wurde 1819 die Arbeit des Rheinischen Appellationsgerichtshof, der in etwa mit dem heutigen Oberlandesgericht zu vergleichen ist, aufgenommen. Die ersten Gebäude waren jedoch erst 1826 beziehbar und wurden bis ins Jahr 1880 genutz. Danch erfolgte ein Neubau, der 1893 fertig gestell wurde. Der Bau überstand den zweiten Weltkrieg nicht und musste ersetzt werden. Auch heute noch finden in den Gebäuden am Appelhofplatz diverse Verhandlungen und Verfahren statt. So hat etwa das Finanzgericht hier seinen Platz.

In Reichweite liegen das Kölnische Stadtmuseum und das EL-DE Haus, welches die Zeit und die Verbrechen der NS-Zeit in Köln dokumentiert.


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


1818 entschied die Stadt sich für den Bau eines Gebäudes auf dem Grundstück des Klosters zum Lämmchen an der Burgmauer zur Zusammenfassung diverser kleinerer Standorte der Gerichte. Grundsteinlegung war am 22.April 1824. Unter zwei großen Zelten und unter Anwesenheit des Regierungs-Präsidenten Freiherr von Hagen und dem Oberbürgermeister Steinberger machte ein Ehrenbecher mit edlem Traubensaft die Runde und anschließend wurde im Goldauerhof gefeiert.* Am 6. November 1826 wurde das Gericht dann eingeweiht. Architekt des monumentalen Baues war der Baumeister Johann-Peter Weyer. Durch die Ausweitung der Gerichtsmaterie und des Reichsjustizgesetzes von 1879 sowie der Baufälligkeit des alten Gebäudes wurde in zwei Bauabschnitten von 1884-1893 unter dem Planer und Regierungsbaurat Paul Thoemer und Rudolf Mönch ein Neubau erstellt. Im August 1887 wurde der erste Bauabschnitt seiner Bestimmung übergeben. Vom 12.bis 16. Juli des Jahres wurden bei Gelegenheit der VII Wanderversammlung der deutschen Architekten und Ingenieure die Pläne des Weiterbaues ausgelegt. Das ganze Areal incl. Vorgärten soll rd. 9000 qm betragen, wovon ca. 5000 qm bebaut werden sollen. Der erste Abschnitt betrug 1800 qm, womit noch 3200 qm zu bebauen sind. Neben dem Ost- und Westflügel soll ein stark vorspringender Mittelbau mit großzügiger Außenfassade, flankiert durch zwei Türme entstehen. Im Mittelbau soll u.a. der Schwurgerichtssaal (19 m lang und 10m breit) und dahinter eine 335 qm große Glashalle mit einer Höhe von 16,5 m entstehen. Oberhalb des Schwurgerichtssaales der Saal der Handelskammer. Im Kellergeschoß des Westflügels sollen 16 Gefangenenzellen angelegt werden. Nach der Fertigstellung sollen die in der Rheingasse, Gereonstraße, Mohrenstraße und alte Wallgasse befindlichen Büros in das neue Gebäude verlegt werden. Am 8 Juli 1893 wurde das gesamt Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Quelle:* Kölner Zeitung vom 21.10.1887;Kölner Tageblatt vom 10.8.1888. Lithografie 1887; siehe auch Bild 83954 erster Bau

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