Jean Marie Farina, Alter Markt, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1837)

Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900 : Jean Marie Farina

Alter Markt (50667 Altstadt-Nord)

Der 5460 m² große Alter Markt entstand um 1000 n. Ch. durch Teilung des damaligen Marktplatzes als Hauptplatz in Köln in den Heumarkt und den Alter Markt. Hier herrschte buntes Markttreiben, Turnierspiele wurden aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde der Platz auch als "cölnischer Markusplatz" bezeichnet, muss also schon zu dieser Zeit ein sehenswerter Ort gewesen sein.

Hier stand jedoch auch der Kölner Pranger und im Drillhäuschen wurde Strafvollzug ausgeübt. Schon im Mittelalter berühmt waren die "Maatwiever", die Marktfrauen, die hier Obst, Gemüse, Fleisch etc. verkauften. Zur Römerzeit lag der Alter Markt vor der Stadtmauer, der römische Hafen grenzte daran. Nach der Römerzeit versandete der Hafen und wurde später zum Gelände der heutigen östlichen Randbebauung des Platzes.

Im 2. Weltkrieg wurden Platz und angrenzende Häuser fast vollständig zerstört. Die vermeintlich alten Fassaden der Häuser sind alle neu erbaut. Bis in die 80er Jahre fuhren Autos und Busse über den Platz, ein großer Parkplatz war vorhanden.

Den Westteil des Alter Markt beherrscht heute das Rathaus mit Rathausturm. In der Platzmitte befindet sich das 1884 errichtete Reiterstandbild mit Brunnen für Jan-von-Werth, wird jedoch seit Jahren eingeengt durch den U-Bahnbau unter dem Platz. Vielfältige Gastronomie, im Sommer auch draussen, lädt Touristen wie Einheimische zum Besuch ein.

In der Regenrinne des Hauses Alter Markt 24 ist der "Kallendresser" zu sehen, eine kleine Bronzefigur, die seinen Betrachten den Hintern zeigt. Die Figur wurde vom Kölner Künstler Ewald Matare gestaltet. Es bleibt fraglich, ob die Figur Zeichen des bürgerlichen Hohns und Zorns auf den gegenüber dem tagenden Rat der Stadt war oder ein Symbol für frühere Zeiten, wo einfach die Regenrinne (Kalle) nächtens genutzt wurde, wenn der Weg zur Toilette im Hof zu lang war.

Am Alter Markt wird jährlich am 11. November die Karnevalsession offiziell und  Weiberfastnacht der Straßenkarneval mit zehntausenden Jecken eröffnet.


In Anlehnung an das Werk "Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz" von Paul Clemen von 1930. Daten und Inhalte überwiegende entnommen dem Band 7, IV Abteilung, " Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln " Inhalt: Stadtbefestigungen, Städtische Festhäuser, Städtische Kaufhäuser, Militärische Gebäude der Reichsstadt, Erzbischöfliche Paläste, Gerichtsdenkmäler, Bauten für die Preussische Regierung, Bauten für kulturelle Zwecke, Zunftdenkmäler, Wohnhäuser, öffentliche weltliche Denkmäler. Hier: ohne Rathaus.


An Farina - Biedermeierkarte 1837. siehe -Farina 1 und 2 Siehe Kommentar

Weitere Fotos aus der Sammlung "Die profanen Denkmäler der Stadt Köln vor 1900"


Unknown_user

Anonym  sagt: "Farina"

Vielen Dank für die wichtige Information

Geschrieben: vor mehr als 10 Jahre


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farinagegenueber  sagt: "nicht Farina gegenüber /Obenmarspforten "

Die abgebildete Karte ist nicht von der Firma "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" sondern von der heute nicht mehr existierenden Farina Plagiatsfirma "Johann Maria Farina gegenüber dem Altermarkt Nr.54" und stellt ein Phantasiegebäude dar.

Geschrieben: vor mehr als 10 Jahre