Jahndenkmal, Guts-Muths-Weg, 50933 Köln - Müngersdorf (1925)

Historisches Müngersdorfer Stadion : Jahndenkmal

Guts-Muths-Weg (50933 Müngersdorf)


Dieses Denkmal für den "Turnvater" Friedrich Jahn steht auf dem Hügel südlich der Jahnwiese, einer großen Freifläche mit einer Vielzahl von Fußballfeldern und Parkflächen für das Rheinenergie Stadion. Es wurde wie die gesamte Anlage des Sportparks Müngersdorf in den 20er Jahren errichtet. Der Hügel mit dem Denkmal, wie der südöstlich gelegene "Adenauer" Hügel sind aus dem Aushub für den dazwischenliegenden "Adenauer" Weiher entstanden.

Auf dem Denkmal in stilisierter Form die vier "F", die für "Turnvater" Friedrich Jahns Wahlspruch stehen: Frisch, Fromm, Fröhlich Frei

Weitere Fotos aus der Sammlung "Historisches Müngersdorfer Stadion"


Zu Anfang der 20er Jahren enstand vor den Toren der Stadt ein großzügiger Sportpark der "Müngersdorfer Sportpark". Nachdem gemäß dem Versailler Vertrag die Festungsbereiche zerstört werden mussten, standen die ehemals außerhalb der Militärringstr. liegenden Festungsrayons als Freiflächen zur Verfügung. Auf diesen Flächen enstand in einem Halbkreis um die Stadt herum der Grüngürtel.

Die Sportstätten in Müngersdorf sind Teil dieses der Erholung der Bevölkerung dienenden Terrains.Auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer wurden die Sportstätten nach Entwürfen des Gartenbaudirektors Fritz Encke (1861-1931) verwirklicht. Für die Entwürfe der Flügelbauten an der Hauptkampfbahn war Adolf Abel (1882-1968), der damalige Stadtbaudirektor, verantwortlich, was sich in einer gewissen Vergleichbarkeit mit seinen Bauten in der Kölner Messe zeigt. Beim Bau der Anlage hatte Konrad Adenauer durchaus auch die Möglichkeit der Ausrichtung olympischer Spiele im Auge.

Dem Geiste der Zeit entsprechend wurden die einzelnen Arenen "Kampfbahnen" genannt und der Gesamtkomplex erhielt eine geradlinige, hierarchische Ausrichtung. Es beginnt im Norden an der Aachener Str. mit der axiialen Ausrichtung des Eingangsbereichs auf das zentrale Stadion, die "Hauptkampfbahn" für ca 60.000 Zuschauer. Alle anderen Sportstätten richten sich nach dieser Arena aus, die im Zentrum des Parks liegt.

Es wurden Sportstätten für alle Sportarten errichtet. Neben der Hauptkampfbahn für Mannschaftssportarten und Leichtathletik, eine Radrennbahn, ein großzügiges Schwimmstadion, ein Reitstadion, Hockey- und Tennisplätze und kleinere "Kampfbahnen" für Training und kleinere Wettkämpfe. Außerdem gab es große Flächen für Massenvorfühungen und Aufmärsche (Jahnwiese und Stadion Nordfeld nördlich der Aachener Str. Nach Süden war die Anlage durch den Hügel an der Jahnwiese mit dem Jahndenkmal und durch den Adenauer Weiher abgeschlossen bzw. ging in den Grüngürtel über.

Um einen flüssigen An- und Abtransport der erwarteten Massen zu gewährleisten, errichtete man an der Aachener Str. eine großzügige Wende-, Ein- und Ausstiegsanlage für die Straßenbahn.

Schon in den 20er und 30er Jahren wurden große Veranstaltungen durchgeführt, so das 14. Deutsche Turnfest 1928 (Dabei berichtete zum ersten Mal der Rundfunk von einem solchen Ereignis.) aber auch große Fußballspiele. Eine weitere Sportart, die damals große Massen von Zuschauern anzog waren die Radrennen in der Radrennbahn und dabei vor Allem die Steherrennen.

Nach dem Kriege war es vor Allem der 1. FC. Köln, der mir seinen Spielen und seinen Erfolgen in der Oberliga West und ab 1963 in der Bundesliga die Kölner nach Müngersdorf lockte. Darüberhinaus gab es Großereignisse wie die ASV Leichtatletik-Sportfeste und für einige Jahre die damals sehr beliebten Polizeisportfeste.

Mitte der 70er Jahre wurde die Hauptkampfbahn erneuert, blieb aber ein Stadion mit Laufbahn, um auch weiterhin Leichtathletikveranstaltungen durchführen zu können.

Im Jahr 2004 enstand dann an Stelle der Hauptkampfbahn ein reines Fußballstadion für ca. 50.000 Zuschauer, das nach dem Sponsor nun Rhein Energie Stadion genannt wird.Es bleibt zu hoffen, dass der 1.FC Köln in dieser Arena bald auch wieder an seine großen Erfolge anknüpfen kann.

Die Radrennbahn in der alten Form mit einem Betonoval wurde abgerissen und durch eine neue teilüberdeckte Holzbahn ersetzt, die nach Albert Richter, einem von den Nationalsozialisten ermordeten sehr erfolgreichen Radrennfahrer (u.a. Weltmeister) benannt wurde. Das Reitstadion wurde zugunsten eines Trainingsgeländes  für den ASV aufgegeben.