Kohlebunker im BW Köln Gereon, Gladbacher Wall, 50670 Köln - Neustadt-Nord (1934)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Hauptbahnhof

Hauptbahnhof : Kohlebunker im BW Köln Gereon

Gladbacher Wall (50670 Neustadt-Nord)


Zwei Aufnahmen dieser Anlage entstanden an einem trüben Tag im späten Winter des Jahre 1932. Sie zeigen den riesigen Kohlebunker für die Versorgung der Dampflokomotiven mit ihrem schwarzen Brennstoff. Über eine Loren-Schwebebahn, die links oben über dem Drahtnetz verlief, gelangte die Kohle von oben in die fünf Bunker, riesige Silos, aus denen die Loks unten die nötigen Mengen entnehmen konnten. Nach dem Öffnen entsprechender Klappen rutschte die Kohle in die Behälter der Lok, entweder auf einem separaten Tender oder direkt in die Kohlekästen der tenderlosen Loks.

Die Kohle kam mit der Loren-Schwebebahn von einem Lagerplatz in Ehrenfeld in der Nähe des Schlachthofs. Das unter der Seilbahn angebrachte Netz sollte Verletzungen durch herunterfallende Kohlebrocken verhindern.

Die Anlage in Köln war eine der größten ihrer Art. Köln war vor Allem während des ersten Weltkriegs ein wichtiger Knotenpunkt für die Versorgung der Front im Westen. Man muss sich vorstellen, dass in den Tagen des Aufmarsches nach Westen im August 1914 täglich bis zu 2000 Züge der Rhein überquerten und entsprechend versorgt werden mussten. Zur Beschleunigung der Befüllung wurde die Anlage im Jahre 1915 gebaut.

Mit der Elektrifizierung der Bahnstrecken im Rheinland wurde die Anlage überflüssig. Sie wurde in den frühen 60er Jahren wieder abgerissen.

Vor der Anlage erkennt man eine sogenannte Doppeldrehscheibe, über die die Loks in ihre "Garage", einen großen Ringlokschuppen, gelangten.

Hinten rechts , nur als Schemen zu erkennen, das Hansahochhaus.

Weitere Fotos aus dem Album "Hauptbahnhof"


Mit der Fertigstellung Bau der Rheinbrücke im Jahre 1859 stellte sich für die in Köln tätigen Eisenbahngesellschaften auch die Frage nach einem gemeinsamen Bahnhof. Bis dahin befanden sich die Endbahnhöfe der Gesellschaften an verschiedenen Stellen der Stadt. (z.B. Richtung Bonn in der Nähe von St. Pantaleon; Richtung Neuss, Krefeld am Rheinufer; Richtung Düsseldorf in Deutz). Der neue Bahnhof sollte zentral, möglichst in der Nähe des Rheins entstehen. Das einzig freie größere Gelände innerhalb der Umwallung war der botanische Garten nördlich des Doms.

Auf diesem Gelände entstand der neue" Centralbahnhof", Vorläufer des heutigen Hauptbahnhofs. Die Gleise dieses Bahnhofs lagen wie alle Gleisanlagen in der Stadt auf Straßenhöhe. Sie führten nach Osten über die neue Rheinbrücke und nach Nordwesten aus der Stadt hinaus. Ab Anfang der 80er Jahre des 19. Jhdts. wurde nach Verstaatlichung der bis dahin privaten Eisenbahngesellschaften und der enormen Zunahme des Verkehrs der Bau eines größeren Bahnhofs notwendig. Obwohl es bereits damals Bestrebungen gab, den Bahnhof aus der engen Situation neben dem Dom herauszulösen, entschied der Rat der Stadt Köln am 9. Januar 1883, den neuen Bahnhof nicht an anderer Stelle zu bauen. Gleichzeitig mit dem Bau des neuen Bahnhofs sollten die Gleisanlagen in der Stadt höhergelegt und auf Dämmen bzw. gemauerten Viadukten durch die Stadt geführt werden. Der neue Bahnhof erhielt ein Empfangsgebäude im Stil der Neo-Renaissance mit einer großen Empfangshalle und einem großen Uhrenturm, der unter anderem Räume "für Allerhöchste Herrschaften" enthielt.

Die große Bahnsteighalle mit einer Länge von 255 m und einer Breite von 64 m war im Scheitel 24 m hoch. In der Halle befand sich ein sog. Inselgebäude als Wartebereich für die verschiedenen Klassen. Der Verkehr wurde über Kopfbahnsteige westlich und östlich dieses Gebäudes abgewickelt. Durchgangsgleise befanden sich in den nördlichen und südlichen Seiteschiffen der großen Halle. Zu bedenken ist, dass der gesamte den Rhein überquerende Güterverkehr auch durch die Halle geführt wurde und dies bis zur Fertigstellung der Südbrücke sogar bis in das Jahr 1911.

1894 wurde der neue Bahnhof seiner Bestimmung übergeben. Schon wenige Jahre später musste, bedingt durch den enorm ansteigenden Verkehr, erneut umgebaut werden. Die Kopfgleise wurden zu Durchgangsgleisen umgebaut, das Inselgebäude musste daher entfernt werden. Eine neue Gaststätten-Anlage entstand neben dem Uhrenturm (der heutige "Alte Wartesaal) und die bisherigen Erdkerne unter den Gleisanlagen wurden durch große Hallen für Expressgut- und Gepäckhallen ersetzt. (Heute die Galerie mit Geschäften und Gastronomie.)

Nochmals in den 20er Jahren des 20. Jhdts. und nach dem zweiten Weltkrieg gab es Bestrebungen den Hauptbahnhof aus der engen Innenstadtlage herauszunehmen und an anderer Stelle neu zu errichten. (So war z.B. das Gebiet am Aachener Weiher im Gespräch.) Sogar eine Verlegung der Brücke weiter nach Norden war im Gespräch. Letztlich blieb der Bahnhof aber da wo er von Anfang an war, neben dem Dom. Nach den Zerstörung des Krieges und nach einem Wandel in der Rezeption der eklektizistischen Bauten des ausgehenden 19. Jhdts. entschloss man sich, das alte Empfangsgebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Dies geschah in den 50er Jahren des 20. Jhdts. Die große Bahnsteighalle wurde jedoch in ihren Grundzügen erhalten und dient nach mehreren Umbauten und Renovierungen noch heute auf mittlerweile 11 Geleisen dem umfangreichen Verkehr von Fernzügen, Nahverkehr und S-Bahn.