Dom Nordseite, Trankgasse 1, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1929)
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Ulrich Hermanns Ulrich Hermanns
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Album: Hauptbahnhof

Hauptbahnhof : Dom Nordseite

Trankgasse 1 (50667 Altstadt-Nord)

Die Trankgasse verbindet die Marzellenstr. mit dem Konrad-Adenauer-Ufer und führt vom Vorplatz des Doms zum Rheinufer. Namensgebend ist für die Trankgasse, dass sie der Weg der Treidelpferde vom Rhein zu ihrer Tränke war. In unmittelbarer Nähe der Trankgasse befinden sich neben dem Dom auch das Museum Ludwig sowie der Hauptbahnhof.


An der Nordseite des Doms sind große Mengen Steine für den Dom gelagert. Deutlich zu erkennen ist der Höhenunterschied zwischen Domhügel und Trankgasse, der heute durch die vor einigen Jahren erneuerte Treppenanlage (Architekten Friedrich Schaller sen. und Christian Schaller jun.) überwunden wird, die gleichzeitig die hier noch offene Trankgasse überbrückt. Es zeigt außerdem den umfangreichen Straßenbahnverkehr, der von der Hohenzollernbrücke und aus Richtung Alter Markt kommend zwischen Dom und Hauptbahnhof hindurchgeführt werden musste. Als nach dem Kriege der Straßenteil der Hohenzollernbrücke nicht mehr aufgebaut wurde, bestand zum Hauptbahnhof nur noch eine Straßenbahnverbindung als Stichstrecke vom Ring über Christophstr., Gereonstr., Unter Sachsenhausen mit Endhaltestelle vor dem Deichmannhaus. Der oberirdische Straßenbahnverkehr endete 1968 mit der Einrichtung der U-Bahn vom Friesenplatz zum Dom.

Das Foto zeigt Straßenbahnwagen zum Teil mit der alten dunklen Farbgebung, zum Teil mit dem moderneren hell-beigen Anstrich, der nach und nach ab Herbst 1926 eingeführt wurde.

Weitere Fotos aus dem Album "Hauptbahnhof"


Mit der Fertigstellung Bau der Rheinbrücke im Jahre 1859 stellte sich für die in Köln tätigen Eisenbahngesellschaften auch die Frage nach einem gemeinsamen Bahnhof. Bis dahin befanden sich die Endbahnhöfe der Gesellschaften an verschiedenen Stellen der Stadt. (z.B. Richtung Bonn in der Nähe von St. Pantaleon; Richtung Neuss, Krefeld am Rheinufer; Richtung Düsseldorf in Deutz). Der neue Bahnhof sollte zentral, möglichst in der Nähe des Rheins entstehen. Das einzig freie größere Gelände innerhalb der Umwallung war der botanische Garten nördlich des Doms.

Auf diesem Gelände entstand der neue" Centralbahnhof", Vorläufer des heutigen Hauptbahnhofs. Die Gleise dieses Bahnhofs lagen wie alle Gleisanlagen in der Stadt auf Straßenhöhe. Sie führten nach Osten über die neue Rheinbrücke und nach Nordwesten aus der Stadt hinaus. Ab Anfang der 80er Jahre des 19. Jhdts. wurde nach Verstaatlichung der bis dahin privaten Eisenbahngesellschaften und der enormen Zunahme des Verkehrs der Bau eines größeren Bahnhofs notwendig. Obwohl es bereits damals Bestrebungen gab, den Bahnhof aus der engen Situation neben dem Dom herauszulösen, entschied der Rat der Stadt Köln am 9. Januar 1883, den neuen Bahnhof nicht an anderer Stelle zu bauen. Gleichzeitig mit dem Bau des neuen Bahnhofs sollten die Gleisanlagen in der Stadt höhergelegt und auf Dämmen bzw. gemauerten Viadukten durch die Stadt geführt werden. Der neue Bahnhof erhielt ein Empfangsgebäude im Stil der Neo-Renaissance mit einer großen Empfangshalle und einem großen Uhrenturm, der unter anderem Räume "für Allerhöchste Herrschaften" enthielt.

Die große Bahnsteighalle mit einer Länge von 255 m und einer Breite von 64 m war im Scheitel 24 m hoch. In der Halle befand sich ein sog. Inselgebäude als Wartebereich für die verschiedenen Klassen. Der Verkehr wurde über Kopfbahnsteige westlich und östlich dieses Gebäudes abgewickelt. Durchgangsgleise befanden sich in den nördlichen und südlichen Seiteschiffen der großen Halle. Zu bedenken ist, dass der gesamte den Rhein überquerende Güterverkehr auch durch die Halle geführt wurde und dies bis zur Fertigstellung der Südbrücke sogar bis in das Jahr 1911.

1894 wurde der neue Bahnhof seiner Bestimmung übergeben. Schon wenige Jahre später musste, bedingt durch den enorm ansteigenden Verkehr, erneut umgebaut werden. Die Kopfgleise wurden zu Durchgangsgleisen umgebaut, das Inselgebäude musste daher entfernt werden. Eine neue Gaststätten-Anlage entstand neben dem Uhrenturm (der heutige "Alte Wartesaal) und die bisherigen Erdkerne unter den Gleisanlagen wurden durch große Hallen für Expressgut- und Gepäckhallen ersetzt. (Heute die Galerie mit Geschäften und Gastronomie.)

Nochmals in den 20er Jahren des 20. Jhdts. und nach dem zweiten Weltkrieg gab es Bestrebungen den Hauptbahnhof aus der engen Innenstadtlage herauszunehmen und an anderer Stelle neu zu errichten. (So war z.B. das Gebiet am Aachener Weiher im Gespräch.) Sogar eine Verlegung der Brücke weiter nach Norden war im Gespräch. Letztlich blieb der Bahnhof aber da wo er von Anfang an war, neben dem Dom. Nach den Zerstörung des Krieges und nach einem Wandel in der Rezeption der eklektizistischen Bauten des ausgehenden 19. Jhdts. entschloss man sich, das alte Empfangsgebäude durch einen Neubau zu ersetzen. Dies geschah in den 50er Jahren des 20. Jhdts. Die große Bahnsteighalle wurde jedoch in ihren Grundzügen erhalten und dient nach mehreren Umbauten und Renovierungen noch heute auf mittlerweile 11 Geleisen dem umfangreichen Verkehr von Fernzügen, Nahverkehr und S-Bahn.

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Anonym  sagt: "Straßenbahnlackierung"

Die dunkle (gelb-grün) Farbgebung der Straßenbahn galt für Fahrzeuge der Stadtlinien. Die Fahrzeuge der Vorortlinien war von anfang an in einem hellen, freundlichen beige gehalten.

Geschrieben: vor mehr als 4 Jahre


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monika h  sagt:

bei diesem bild denke ich: von pferdewagen zur elektrischen und zur u-bahn. wahnsinn, wie schnell im industriezeitalter doch eine entwicklung voran schritt.

Geschrieben: vor mehr als 7 Jahre