Mülheimer Brücke und Wiener Platz, Wiener Platz, 51065 Köln - Mülheim (1932)
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Frank Warda Frank Warda
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Album: Ansichtskarten aus der Vorkriegszeit

Ansichtskarten aus der Vorkriegszeit : Mülheimer Brücke und Wiener Platz

Wiener Platz (51065 Mülheim)

Benannt wurde der 1983 erbaute Platz nach Haupstadt Österreichs. Zudem soll der Name an den Wiener Kongreß 1814/1815 erinnern, der nach dem Sieg über Napoleon die Grenzen Europas neu festlegte.

Der Platz befindet sich am Ende des Clevischen Rings und am Ausgangspunkt der Frankfurter Straße. Auch die Bergischer Gladbacher Straße beginnt an diesem Punkt. Am Platz befinden sich das Bezirksrathaus und eine Einkauspassage. Auf dem Platz selbst werden reglmäßig Märkte abgehalten und er dient als Verkehrsknotenpunkt der KVB.


Das Foto zeigt den zweiten großen "Sündenfall", der in Köln mit dem Bau von Brücken verbunden ist. So wie am Heumarkt und an der Deutzer Freiheit zu beiden Seiten der Deutzer Brücke wurde auch in Mülheim durch den Bau einer überlangen, breiten Rampe ein ganzer Stadtteil zerschnitten unde ein schöner, geschlossener Platz zu einem Verkehrsknotenpunkt degradiert. Und auch nach dem Kriege hatte man nicht dazugelernt. Auch die unsäglichen, autobahnähnlichen Zufahrten zur Severinsbrücke aus den 50er Jahren zerschneiden bis heute beiderseits des Rheins ganze Stadtviertel.

Es soll noch auf ein Detail hingewiesen werden, das mit der Eingemeindung Mülheims im Jahre 1914 zu tun hat. In dem Gebäude rechts neben der Brücke ist eine Zweigstelle der Stadtsparkasse Köln untergebracht, während sich in dem großen Bau auf der rechten Seite eine Zweigstelle der Kreissparkasse Köln befindet. Dies hat damit zu tun, und tut es bis heute, dass der Verbleib einer Zweigstelle der Kreissparkasse in Mülheim Teil des Überleitungsvertrages war. Die Stadt Mülheim, die bis 1910 über einen eigenen Landkreis verfügte (heute Rh.-Bergischer Kreis) war Gewährsträger der Kreissparkasse für diesen Altkreis Mülheim.

Am selben Gebäude erkennt man außerdem die Aufschrift "Amtsgericht". Die Mülheimer hatten sich ausbedungen, dass sie ein eigenes Amtsgericht behielten. Dieser Zustand wurde erst in den späten 80er Jahren beendet, als die Landesjustizverwaltung das bis dahin eigenständige Amtsgericht Mülheim schloss und kurzerhand mit dem Amtsgreicht Köln zusammenlegte.

 

Weitere Fotos aus dem Album "Ansichtskarten aus der Vorkriegszeit"


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koelner51109  sagt:

Obwohl Mülheim 1914 eingemeindet worden war, war der Zusammenschluss der Strassenbahnbetriebe 1932 noch nicht erfolgt. Das geschah erst 1933, nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen. Die Mülheimer Kleinbahn betrieb im Aufnahmejahr 1932 noch die Strecken nach Opladen und Schlebusch, die späteren Kölner Vorortlinien "O" und "S" sowie eine Strecke vom Wiener Platz nach Höhenberg. Die Strecke vor dem Amtsgericht und weiterführend durch die Buchheimer Straße wird von der Mülheimer Kleinbahn befahren. Die abgebildeten Kölner Straßenbahnwagen fahren auf "Pachtbasis" über die Gleise der Mülheimer Kleinbahn.

Geschrieben: vor mehr als 3 Jahre