Einweihungsfeier der wiedereröffneten Hohenzollernbrücke, Hohenzollernbrücke, 50667 Köln - Altstadt-Nord (1948)

1948 Bau und Wiedereröffnung der Hohenzollernbrücke : Einweihungsfeier der wiedereröffneten Hohenzollernbrücke

Hohenzollernbrücke (50667 Altstadt-Nord)

Die heutige Eisenbahn- und Fußgängerbrücke ersetzte 1911 die damalige Dombrücke, wegen des kastenartigen Aussehens auch Mausefalle genannt. Architekt Franz Schwechtem errichtete die prägnanten Brückenköpfe als neoromanische Wehrbauten. Nach weitgehender Zerstörung 1945 erfolgte der Wiederaufbau der Hohenzollernbrücke nach Kriegsende bis 1959. Die Brückentürme wurden 1958 entfernt. Eine Erweiterung schaffte 1985 Platz für ein drittes Gleispaar.

Die Brücke ist nach den Kaisern der Hohenzollern-Familie genannt. An beiden Enden der Brücke stehen jeweils zwei Reiterdenkmäler. Rechtsrheinisch steht ein Denkmal für Friedrich Wilhelm IV von Preußen und Kaiser Wilhelm I. Auf der linken Rheinseite steht das Denkmal von Kaiser Friedich III und Kaiser Wilhelm II.

Heute ist die Hohenzollernbrücke die meistbefahrene Eisenbahnbrücke Europas und verbindet den Hauptbahnhof mit dem Deutzer Bahnhof.


Links neben dem hohen geistlichen Würdenträger erkennt man Robert Görlinger, SPD (1888-1954), der neben anderen Ämtern und Funktionen in der Nachkriegszeit zweimal Oberbürgermeister der Stadt Köln war, 1948/49 und 1951/52.

Vor den Nazis war er zunächst nach Frankreich geflohen, wurde dort inhaftiert, der Gestapo überstellt und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Vor und nach seiner Haft war er bis Kriegsende in verschiedenen Konzentrationslagern gefangen. Nach dem Kriege war er Mitbegründer der SPD im Rheinland.

Görlinger war außerdem Herausgeber der Rheinsichen Zeitung und zusammen mit L. Fritz Gruber und Bruno Uhl nach dem Kriege einer der wesentlichen Initiatoren der "photokina", der Weltausstellung der Photographie.

Der weißhaarige Herr, der als zweiter von links mit den anderen wohl einer Rede lauscht, ist Hermann Pünder (1888-1976). Pünder vor 1933 ein hoher Beamter in Preussen (u.a. Staatssekretär in der Reichskanzlei [1926-1932], Regierungspräsident in Münster) Politisch gehörte er der Zentrumspartei an. Von den Nationalsozialisten entlassen, wurde er nch dem 20. Juli 1944 als Beteiligter an der Verschwörung gegen Hitler verhaftet.

Nach dem Kriege gehörte er zu den Mitbegründern der CDU in Nordrhein-Westfalen. Die englischen Behörden ernannten ihn im November 1946 zum Oberbürgermeister von Köln, ein Amt das er bis zur Wahl von Ernst Schwering im Jahre 1948 ausübte.

Der Herr in Uniform ist der damalige Bahnhofsvorsteher des Hauptbahnhofs, der in den Aufzeichnungen mit vollem Titele genannt wird: Bundesbahnoberamtmann Selbach.

Links neben ihm der Herr mit Brille und hellem Mantel ist Wilhelm Warsch (1895-1969), der von 1947 bis 1957 Regierungspräsident in Köln war.

Weitere Fotos aus dem Album "1948 Bau und Wiedereröffnung der Hohenzollernbrücke"


Die Hohenzollernbrücke wurde am 6. März 1945 durch die deutsche Wehrmacht gesprengt, um die amerikanischen Truppen am Vorrücken über den Rhein zu hindern. Die Brückenbögen an den Ufern wurden dabei nur gering beschädigt. Man hob zunächst auf Deutzer und  Kölner Seite einen der Bögen an und lagerte sie auf provisorischen Pfeilern im Rhein. Die Lücke überbrückte man mit einer Brücke aus Stahlfertigteilen, sog. SKR-Gerät (Schaper-Krupp-Reichsbahn) So konnte die Brücke schon 1948 wieder für den Eisenbahnverkehr freigegeben werden, zunächst mit nur 2 Gleisen und Gehwegen links und rechts.

Walter Dick hat die Feierlichkeiten am 8. Mai 1948 fotografiert und gibt uns heute einen Eindruck vom damaligen Geschehen. Die Bilder zeigen die Würdenträger der Stadt, feierliche Reden sowie den ersten Zug, der die neue Brücke überquert. Für Eisenbahnfreunde sicher ein besonderes Highlight.

In einem nächsten Schritt wurden bis 1952 die beiden restlichen uferseitigen Bögen angehoben, die Strompfeiler erneuert und schließlich die provisorische Überbrückung des Stroms durch einen Bogen in ursprünglicher Form ersetzt. Der letzte Bauabschnitt erfolgte zwischen 1985 und 1990, diesmal als Neubau, mit der Errichtung der dritten Brücke an der Nordseite des Bauwerks.

Die Hohenzollernbrücke besteht somit wieder aus drei Bogenreihen, so wie vor der Zerstörung. Allerdings ist der südliche Straßenteil nicht wieder aufgebaut worden und über die dritte Bogenreihe führen die Gleise der S-Bahn.